Siebträger: Mahlgrad richtig einstellen
Läuft dein Espresso zu schnell oder zu langsam, schmeckt er sauer oder bitter? Gib Dosis, Ausbeute und Bezugszeit ein – der Check sagt dir, was du als Nächstes änderst.
Eingestellt!
Zeit, Verhältnis und Geschmack passen. Notier dir Mahlgrad, Dosis und Bohne – beim nächsten Beutel derselben Bohne startest du genau hier.
Die Zielwerte für einen klassischen Espresso
- Dosis: je nach Siebgröße meist 16–20 g im Doppelsieb
- Ausbeute: etwa das Doppelte, also 1:2 – aus 18 g Pulver werden 36 g Espresso
- Bezugszeit: 25–32 Sekunden
- Brühtemperatur: 92–94 °C, bei hellen Röstungen eher höher, bei dunklen eher niedriger
Das sind Startwerte, kein Gesetz. Am Ende entscheidet der Geschmack: Ein süßer, ausgewogener Espresso nach 23 Sekunden ist besser als ein bitterer nach exakt 28.
Bezugszeit: Ab wann zählt man?
Ab dem Moment, in dem du den Bezug startest – also ab Pumpenstart, eine eventuelle Preinfusion eingeschlossen. Nicht ab dem ersten Tropfen. Wichtig ist vor allem, dass du immer gleich misst. Sonst vergleichst du Äpfel mit Birnen.
Feiner oder gröber? Die Faustregeln
| Was du siehst und schmeckst | Ursache | Was du tust |
|---|---|---|
| Zu schnell, sauer, dünn, helle Crema | Mahlgrad zu grob | Feiner mahlen |
| Zu langsam, bitter, trocken, tröpfelt nur | Mahlgrad zu fein | Gröber mahlen |
| Schnell und trotzdem bitter, Spritzer aus dem Sieb | Channeling | Pulver verteilen, gerade tampern |
| Zeit stimmt, aber sauer | Zu wenig extrahiert | Mehr Ausbeute oder heißer brühen |
| Zeit stimmt, aber bitter | Zu viel extrahiert | Weniger Ausbeute oder kühler brühen |
- Immer nur eine Sache ändern. Wer gleichzeitig Mahlgrad und Dosis verstellt, weiß hinterher nicht, was gewirkt hat.
- Nach dem Verstellen ein paar Gramm durchmahlen. Im Mahlwerk bleibt Pulver von der alten Einstellung zurück und verfälscht sonst den nächsten Bezug.
- Frische Bohnen ändern alles. Mit jedem neuen Beutel, und auch wenn eine Bohne älter wird, musst du nachjustieren.
Sage Barista Express: Mahlgrad einstellen
Die Barista Express ist für viele der Einstieg in die Siebträger-Welt, und ihre Mühle hat ein paar Eigenheiten.
- Der Regler an der Seite: Kleinere Zahl heißt feiner. Starte im unteren Mittelfeld und taste dich stufenweise heran, mit dem Check oben als Kompass.
- Einwandige Siebe nehmen: Die doppelwandigen Siebe sind für vorgemahlenen Kaffee gedacht. Sie verzeihen viel, aber mit ihnen lässt sich der Mahlgrad nicht sinnvoll einstellen.
- Das Manometer ist ein Hinweis, nicht das Ziel: Steht die Nadel im Espresso-Bereich, ist das ein gutes Zeichen. Entscheidend bleiben Zeit und Geschmack.
- Dosis mit dem Razor abstreifen: Das mitgelieferte Trimm-Werkzeug sorgt dafür, dass jedes Mal gleich viel Kaffee im Sieb liegt.
- Am feinsten Ende und immer noch zu schnell? Dann lässt sich laut Anleitung der obere Mahlkegel innen eine Stufe feiner einsetzen. Danach verschiebt sich die ganze Skala, du stellst also neu ein.
Mahlgrad zu fein: woran du es erkennst
Der Espresso tröpfelt nur, braucht deutlich über 35 Sekunden und schmeckt bitter, trocken und adstringierend. Die Crema ist dunkel, fast fleckig. Stell eine bis zwei Stufen gröber und lass Dosis und Ausbeute gleich.
Mahlgrad zu grob: woran du es erkennst
Der Espresso schießt in unter 20 Sekunden durch, schmeckt sauer und wässrig, die Crema ist hell und fällt schnell zusammen. Stell eine bis zwei Stufen feiner. Bei sehr hellen Röstungen hilft zusätzlich eine höhere Brühtemperatur.